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Ob Hoffnung, Liebe oder Schmerz – es sind die dem Menschen ureigenen Emotionen, die Cocco Santamuerte in seiner Kunst antreiben. Der in Köln geborene Sprayer und Straßen-Künstler lotet mit seinen Bildern Grenzen aus und befindet sich pausenlos auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Das zeigt sich deutlich in seinem Stil. Santamuerte kombiniert Kohle, Acryl, Sprühfarbe, Lackpainter und Transferdrucke und arbeitet gleichzeitig Versatzstücke aus seiner Umgebung wie einen Geldschein, ein Plakat oder ein Graffiti in seine Kunst mit ein. Auf diese Weise entsteht eine innovative, unkonventionelle Mischtechnik, die jedem seiner Bilder einen unverwechselbaren Stempel aufdrückt. So modern seine Kunst auf den ersten Blick auch anmuten mag, so sehr scheint sie in gewisser Weise aber auch aus der Zeit gefallen zu sein. Denn Santamuerte, geboren im Jahr 1971, ist ganz und gar Chronist seiner Generation. In seinen Bildern gelangen die Ideen der in den 70er Jahren aufgekommenen Punkbewegung von Nonkonformität und Abkehr vom Bürgertum zu frischem Leben und finden künstlerischen Ausdruck in bunten, unorthodoxen und auch provokanten Gemälden, begleitet von einem wiederkehrenden Personal aus symbolträchtigen Idolen der damaligen Zeit wie Elvis Presley, James Dean oder Che Guevara. Somit stehen Santamuertes Bilder für Veränderung, für Protest gegen den Status Quo, für Rebellion und Revolution und formulieren abhängig vom jeweiligen Betrachter eine ganz und gar individuelle Botschaft. Und dann ist da noch sein Künstlername, angelehnt an die magisch-religiöse Figur der Santa Muerte, Schutzpatronin der Verbrecher, jenes weibliche Skelett umhüllt von einer Kutte, in der Hand eine Sense, das in unterschiedlichen Formen auch Auftritte in seinen Bildern hat. Die abenteuerliche Jonglage mit unterschiedlichen Stilen, Motiven, Sujets und Gedanken, die Cocco Santamuerte auszeichnet, macht ihn zu einem der spannendsten Künstler unserer Zeit.


Geboren 1971 in Köln. lebt und arbeitet in Köln

Ausbildung
–   Malerausbildung
–   Sprayer und Grafitti-Künstler, street-art,
–   Autodidakt
–   Auslandsaufenthalte  in Brasilien, Südafrika, Kuba, Spanien und Niederlande (Arbeit mit ortsansässigen Künstlern)

Presse
Eindeutigkeit und klare Perfektion ist nicht die Welt des in Köln lebenden Malers  Cocco Santamuerte. Er stellt vielmehr Fragen, verknüpft in seiner unverwechselbaren dynamischen Malerei hoch gekonnt Sex, Crime und Religion mit Philosophie und knackigen Statements.  Ein Bild ja, aber auch eine Collage in der einzelne Fragmente ein Stück Ewigkeit zu atmen scheinen. Offensichtlich ist der Begriff „Streeteffekt“ eine passende Assoziation und  hinter der eher rohen Malerei werden in verschiedenen Erzählebenen Motive und Themen komprimiert, die die Menschheit schon seit Jahrtausenden beschäftigen. Hoffnung, Liebe, Schmerz und Vergänglichkeit sind die Stichworte, die zu hoch persönlichen Statements verwoben werden. So wird neben dem festen Vokabular von Augen, Totenschädeln, Skeletten und pornographischen Einblendungen mittels Graffiti und  Zitaten  ein Teppich gewoben, der das Potential des gemalten Bildes durch Wort und Schrift verstärkt oder in kurzen Statements ironisch unterläuft. Fast wie ein versteckter Schauspieler, mal schattenhaft mal klar erkennbar, folgt die Figur der mexikanischen Schutz heiligen, der Santa Muerte, den jeweiligen Bildmotiven. In anderen Werken ist auch mal der Meister der Zeit, der Tod, eindeutig als Totenschädel dazugestellt worden und stellt Fragen an die Betrachter.

Frauen und Männer, pralle Lust und Sinnsuche, werden in stark verschobenen Größenverhältnissen zum Blickfang der Bilder und sind zugleich auch Programm dieses ungewöhnlichen Malers. Glaube, Liebe und die vermeintliche eigene Bedeutsamkeit werden durch Stars und Sternchen mit einem sehr ungewöhnlichen bildlichen Begleitpersonal zum Stellvertreter für unsere nur zu menschlichen Bedürfnisse und Schwächen. Carpe Diem oder Wohlstand für alle, unterschrieben mit der chemischen Formel für LSD, deuten an, dass der Künstler Cocco Santamuerte den komplexen Spagat zwischen ernster Kommentierung des Lebens, Ironie und Humor wagt und mit großer Leichtigkeit zwischen diesen Motivbereichen vagabundiert. Wie in der Arbeit „Big dreams lost souls“ aus dem Jahr 2014 sind die Arbeiten seit 2010 in einer sehr dynamischen Handschrift und in Mischtechnik ausgeführt. Neben Versatzstücken aus der realen Werbewelt, wie Geldscheinen, Plakaten oder das Zitieren von Graffitis, verwendet der Künstler Kohle, Acryl, Sprühfarbe, Lackpainter und Transferdrucke. Diese Mischtechnik und der zu einem Markenzeichen gewordene Malstil, der die Leinwand zu einer Art Mauer macht, löst die erste Werkserie, sich eher klassischen Bildthemen in reiner Acrylmalerei widmete, ab. Viele Schichten der Übermalung und der Erneuerung werden kombiniert, wodurch dann aber auch  die Bildaussage verdichtet wird. Offen für die Zufälle und zugleich glasklar in der Absicht – beides sind Kennzeichen für diese Malerei, bei der sowohl die schnelle Eingebung ebenso wie die längere Findung oder das blitzschnelle Agieren zu einem Bild führen kann.

Mit dem Jahr 2010 wird auch der Künstlername Cocco Santamuerte verwendet. Er ist typisch und passend für die persönliche Haltung des Malers, der zwischen der Welt mittelalterlicher Menetekel und der Punkkultur gerne die Sujets wechselt und unorthodox verknüpft. Als Privatperson bevorzugt der Künstler es aber, uneinschätzbar zu bleiben. Damit verbindet ihn und seine Bildwelt die Liebe zu Tabuthemen und die zu gelungenen Überraschungen.  Die Zeit ist letztlich die Macht, die alle gleichschaltet.  Cocco Santamuerte, Jahrgang 1971 Kind seiner Zeit mit typischen Helden aus Musik, Punkszene und Subkultur, wird nicht müde darüber zu berichten.
Text: Ute Kaldune

Ausstellungen
2015   Yang Hong Art Space Center, Peking
2014   Galerie Kunstraub99, Köln
2014   Galerie Beauté du Matin Calme, Paris
2014   Trinkhalle Kurpark Bad Neuenahr
2014   Art Gallery the one, Galerie Ralf Schriever, Köln

KONTAKT

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